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Dichterhain, Bände 1 bis 4

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Dichterhain, Bände 5 bis 8

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Samstag, 11. Mai 2024

Wie war's in Wagners "Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg" in der Frankfurter Oper ?





Richards Wagner Tannhäuser, vom südafrikanischen Matthew Wild in der Oper Frankfurt inszeniert, beginnt mit einer Überraschung. Keine germanischen Heroengestalten, Prunk, Protz, Nationalismus, kein Wichtel-, Gnomen- und Elfenspuk, sondern moderner entfesselter Libertinismus. Wir hatten Glück: Kein Marquis de Sade und harsche Auspeitschungen, sondern freie Liebe im Reich der Venus. Es wird uns klar: Dieser Tannhäuser wird ein anderer sein. Natürlich ist er genau betrachtet gar nicht so weit weg vom Original, aber doch ist einiges verändert. Da die Zeit, die Epochen eh keine große Rolle in dieser Oper spielen, ist die gesamte Verschiebung des Geschehens in die Jahre zwischen 1937 und 1961 und danach zunächst ungewöhnlich, aber gerade die Auflösung des klassischen Rahmens und Einführung einer modernen Szenerie machen Wagner lebendiger. Es mag Konservative schocken, ihre Ideale zum Einstürzen bringen, aber hier erlebt Tannhäuser Ungeheures nicht im (Eisenacher) Venusberg, sondern in Kalifornien, das von jeher voller (sexueller) Freiheit, Begehren, Unkonventionalität, Drogen und Rauscherleben war. Das freie Gendern und Ausleben aller Wünsche ist dort kaum ein Problem, obwohl die Vereinigten Staaten eine beachtliche Prüderie entwickelt haben parallel zur völligen Entfesselung.

Durch multimediale Einblendungen verstehen wir, dass wir mit der Zeitmaschine einen gewaltigen Sprung getan haben. Die Geschichte der romantischen Figur des Heinrich von Ofterdingen in den Medien der Regie macht klar, dieser von Ofterdingen (Marco Jentsch, Tenor) ist ein akademischer Journalist und Autor. Trotz seiner Erfolge kehrt er den deutschen Landen 1937 den Rücken, er floh vor den Nazis in die USA. Warum sonst? Vor sich selbst? Die Geschichte nähert sich unserer Zeit an, obwohl auch mittelalterliche Sänger/Autoren deutscher Nation, antike Gottheiten und christliche Heilige im Personal enthalten sind. 

Marco Jentzsch (Tannhäuser) und
Dshamilja Kaiser (Venus)
Bildnachweis: Barbara Aumüller

Heinrich, unser Protagonist, wird von der Göttin Venus (Dshamilja Kaiser, Mezzosopran) verzaubert, berauscht (auch von Drogen), als er in seinem Hotelzimmer sitzt, schreibt, aber nicht mehr vom Fleck kommt. Er verwirft alle Ansätze. Stillstand! Er ist blockiert, hat eine Schreibkrise, trinkt Whiskey, hat Visionen und überaus positive Heimsuchungen. Venus ist eine teils Außerirdische, andererseits üppige Irdische. Es spielen sich verrückte Visionen mit Figuren aus Tausenden von Jahren ab, vom Gehörnten als Ziegenbock, bis zu antiken raufenden Satyren, Bacchus, Ganymed und christlicher Tradition, der heilige Sebastian, als ein Sinnbild und Omen für die kommenden Leiden des jungen Heinrich v. O.

v.l.n.r. Henri Klein (Ein junger Student) und
Marco Jentzsch (Tannhäuser) sowie
Dshamilja Kaiser (Venus)
Bildnachweis: Barbara Aumüller

Zwei verschiedene Welten öffnen sich, die die aufkeimende Verwirklichung der in 
jedem Menschen angelegten Bisexualität befördern. Es ist auch ein deutliches Aufgreifen der latenten Wagnerschen Homoerotik. Die Inszenierung macht es deutlich. Heinrich kann sich, befreit von aller moralischen Last, frei austoben. Ein junger Mann hat es ihm besonders angetan, er verliebt sich in ihn. 
Im Spiel mit dem jungen Geliebten tauchen Brüste aus dem Hemd Heinrichs auf, der sich gerade in einer weiblichen Rolle verliert. Aber trotz aller Freuden kommt die Wende. Heinrich entdeckt zwar unterdrückte Welten seiner Psyche,  fürchtet sich aber auch vor diesen Meilenschritten im unbekannten Land. Er flieht Venus und den schwulen Freund. Mitten in dieser freizügigen Modernität verblüffend, überraschend, fast unpassend der Originaltext: „Mein Heil ruht in Maria!“. Die Moral zwingt ihn sich abzuwenden von diesem allzu freien Spiel der Sinne.

Es folgt ein riesiger Sprung in die gegenteilige Welt - aus der Freiheit zurück ins Fromme, Konservative. 1956 der Pulitzerpreis, 1961 taucht Heinrich wieder in der Öffentlichkeit auf und kehrt in seinen Beruf als Professor zurück

Marco Jentzsch (Tannhäuser)
und Ensemble
Bildnachweis: Barbara Aumüller
. Die reine Elisabeth vor Augen hält er das Leben an ihrer Seite für standesgemäßer. Krasser kann der Gegensatz zwischen sexueller Entfesselung und religiös konservativer Welt der Eitelkeiten nicht sein. Aber Maria wird aus diesem Leben entfernt, die Statue der Heiligen verpackt und davongetragen. Dieses Heil ist nicht mehr da! Elisabeth (Christina Nilsson, Sopran) ist entzückt über die Wiederkehr, die Perspektive einer großen Liebe vor Augen.

Die Dichtkunst der Sänger und ihre Ideale passen jedoch nicht mehr in Heinrichs Denken ... Beim Wettstreit der Sänger/Schriftsteller polarisieren sich Konservativismus, dessen hehre Ideale der Vergangenheit und das moderne Streben nach einer anderen Sicht der Dinge. All das, was die Schriftsteller als ihre persönliche höchste Form der Liebe preisen, Vaterland, Heimat, Natur, reine Ideale der Schönheit, beinhalten nicht die wahre Erfahrung des körperlichen Genusses, der vollständiger Ekstase, enormen Höhepunkte, die für Heinrich jeden im Innersten am meisten erfüllen. Er lehnt ihre Ansätze ab, es kommt zu Aufruhr, Empörung, die ehrenwerten Dichter schlagen von Ofterdingen zusammen, das gesamte Auditorium wirklich entzückt von den alten Idealen mit "Heil!"-Rufen, dann empört über die Denkweise von Heinrich. Statt Bücherverbrennung kommt ein Bücherzerreißen. Heinrich flüchtet aus dem Desaster mit der Ankündigung seines Bußganges nach Rom. Der Papst soll ihm die Absolution erteilen. Das rettet ihm das Leben. 

Die Absolution findet wieder im Hotelzimmer statt, Heinrich kehrt ins Schriftstellerdasein mit Drogen und schwulem Freund zurück, was einem Suizid gleichkommt. Die Liebe zu Elisabeth kann nicht mehr körperlich stattfinden, sie verlagert sich auf die geistige Ebene. Elisabeth schreibt seine unvollendeten Werke fort, was wahrscheinlich so kontrastiv wie die Oper und ihr Geschehen wirken würde. 

Wilds Zusammenarbeit mit dem Dirigenten Thomas Guggeis hat einen neuen Standard in der Opernaufführung gesetzt. Die Frankfurter Oper bereitet sich auf große Darbietungen mit noch mehr gestalterischer Fantasie durch Regie, Choreographie (Louisa Talbot), Bühnenbild (Herbert Barz-Murauer), Kostüme (Raphaela Rose), Licht (Jan Hartmann) und Effekte vor. Die fortschrittliche multimediale Bühnen- und Effekttechnik wird nicht in jedem Stück auftauchen, aber bedeutende Schlüsselwerke der Operngeschichte haben alle Chancen auf "Umgestaltung". Die Darbietungen werden fesselnder, lebendiger, greifbarer und einmalig in der Präsentation! Regisseur Matthew Wild möchte unkonventionelle Bühnenbilder und den kreativen Einsatz von Requisiten verwirklichen, um die Opern lebendiger, spannender und herausfordernder für das Publikum zu machen.

Auch die musikalischen Aspekte der modernen „Tannhäuser“-Inszenierung an der Oper Frankfurt spiegeln eine Mischung aus Tradition und Innovation wider, wobei zeitgenössische musikalische Arrangements und Interpretationen das Erlebnis des Publikums bereichern. Bislang kaum erfahrene musikalische Elemente und Stile werden den klassischen Opern zu einem neuen Leben verhelfen.





Mittwoch, 8. Mai 2024

Der 8. Mai 1945: Die Wende zum Guten

 Bedingungslose Kapitulation aller Wehrmachtsteile
(Marine, Heer, Luftwaffe)



Niederlage des Hitlerregimes




Historisch:
In Reims erfolgte am 7. Mai 1945 um 02.41 Uhr die Unterzeichnung der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Truppen. Im Auftrag des Oberkommandos der Wehrmacht unterzeichnete auf deutscher Seite Generaloberst Alfred Jodl, Chef des Wehrmachtführungsstabes. 
Der 8. Mai 1945 war der Tag, an dem die bedingungslose Kapitulation aller Wehrmachtsteile (Marine, Heer, Luftwaffe) in Kraft trat und der 2. Weltkrieg in Europa beendete wurde. Durch seinen symbolischen Charakter kommen ihm unterschiedliche Bedeutungen zu. Hitler hatte sich am 30.04.1945 selbst gerichtet.


Der 8. Mai 1945 markierte das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa und wird in vielen Ländern als Tag der Befreiung gefeiert. Die Bedeutung dieses Tages liegt in der Kapitulation der deutschen Wehrmacht, die das Ende von Krieg, Leid und Unterdrückung in Europa einläutete. Millionen von Unterdrückten in Europa atmeten auf, das Regime der psychopathischen Despoten, das Abermillionen von Menschen in den Tod trieb, musste seine Mordgier, Plünderungen und Tobsuchtsanfälle beenden. 

Am 8. Mai 1945 unterzeichnete die deutsche Wehrmacht in Berlin bedingungslos die Kapitulation, die den Krieg in Europa beendete. Dieser historische Moment brachte größte Erleichterung und Hoffnung für Millionen von Menschen, die jahrelang unter dem Schrecken des Krieges gelitten hatten.

Der 8. Mai 1945 bedeutete auch die Befreiung vom nationalsozialistischen Regime und seinen Gräueltaten. Die Menschen konnten endlich aufatmen und in die Zukunft blicken, ohne die Angst vor Verfolgung, Unterdrückung und Vernichtung.

Nach dem 8. Mai 1945 begann der mühsame Prozess des Wiederaufbaus und der Versöhnung in Europa. Die internationale Gemeinschaft arbeitete zusammen, um die Trümmer des Krieges zu beseitigen und eine neue, friedlichere Zukunft aufzubauen.

Dieser Tag erinnert uns daran, wie wichtig es ist, Frieden, Freiheit und Demokratie zu schützen und zu bewahren. Er mahnt uns, die Lehren aus der Geschichte zu ziehen und uns für eine bessere Welt ohne Krieg und Unterdrückung einzusetzen. Er ist auch der Tag des Endes der mörderischen Verfolgung von Minderheiten, Andersdenkenden und Juden. Deutschland wird diese NS-Verbrechen nicht vergessen.

Insgesamt war der 8. Mai 1945 ein Wendepunkt in der Geschichte Europas und der Welt, der den Weg für eine bessere Zukunft ebnete. Es ist wichtig, diesen Tag zu gedenken und die Errungenschaften der Befreiung und des Friedens zu würdigen.

Angesichts der Gewaltbereitschaft eines Teils der Gesellschaft, die gerade das angeblich Positive dieses Regimes betonen und verwirklichen will, sind wir vor neue Aufgaben gestellt, die die Festigung und Veränderung unseres momentanen Systems durch geeignete Antworten auf populistische Hetzereien, Unruhestiftung, Widerstand gegen demokratische Maßnahmen und Aufwiegelung der Massen erfordern. Die entsetzliche Unbildung und Verdrehung der Tatsachen in diesen Kreisen ist eine Schande für unser Land. Hinzu kommt eine klare Bekennertendenz zur Diktatur Putins, der großes Interesse an der Übernahme ost- und westeuropäischer Staaten hat.

Wir trauern um 60 bzw. 75 bis 80 Mio Tote zwischen 1939 und 1945 in allen WK2-Kriegsgebieten weltweit mit zivilen Opfern und Opfern aus Verbrechen wie der Judenverfolgung. 

Bei den deutschen Soldaten gibt es Schwankungen von 5 bis 7,8 Mio Toten bei 8,3 bis 17 Mio Soldaten im Einsatz. Enorme Schwankungen, keiner weiß es genau. Zivile Opfer werden für Deutschland mit 1,1 bis 2,1 Mio Menschen angegeben. In der Summe starben rund 3,5 Prozent der Weltbevölkerung durch die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges, das sind geschätzte 75 Millionen Todesopfer, inklusive aller Kriegsschauplätze des Krieges.

Pfalzpreis für Kunsthandwerk ist ausgeschrieben

Kreative Objekte: Blick in die Ausstellung zum
Pfalzpreis für Kunsthandwerk 2021
(Foto: Bezirksverband Pfalz)











Bewerbungsfrist endet am 14. Juni!

Der Bezirksverband Pfalz hat den Pfalzpreis für Kunsthandwerk in Kooperation mit der Handwerkskammer der Pfalz ausgelobt, um Talente der Region zu fördern. Bis 14. Juni läuft die Bewerbungsfrist. Der Preis wird als Hauptpreis und Nachwuchspreis (bis 35 Jahre) sowie in Form einer Anerkennung für Schülerinnen und Schüler vergeben und ist mit 10.000, 2.500 beziehungsweise 500 Euro dotiert. Um den Preis beziehungsweise die Anerkennung kann man sich selbst bewerben oder vorgeschlagen werden; dabei sollte ein sachlicher oder persönlicher Bezug zur Pfalz bestehen. Über die Vergabe der Preise entscheidet eine mit Fachleuten besetzte achtköpfige Jury. Sie kann jeweils für den Haupt- und Nachwuchspreis bis zu fünf Nominierte benennen; diese erhalten eine Prämie von 500 beziehungsweise 200 Euro. Die Jurymitglieder können zudem entscheiden, einen Lebenswerkpreis zu vergeben, der nicht dotiert ist. Weitere Informationen, darunter die Richtlinien zu den Pfalzpreisen und der Ausschreibungstext, finden sich im Internet unter www.pfalzpreise.de; nur dort ist eine Bewerbung über das Anmeldeportal möglich.

Es werden künstlerische Leistungen des Handwerks ausgezeichnet, die zukunftsweisende neue Ideen erkennen lassen und die zeitgemäß, material- und funktionsgerecht ausgeführt sind. Eine hochwertige Verarbeitung und Ausführung werden vorausgesetzt. Neben der handwerklichen Qualität zählen gestalterische Aspekte, wie die Anwendung innovativer Techniken, eine überzeugende Konzeption sowie die künstlerische Aussage. Für den Pfalzpreis sind Arbeiten aus allen Bereichen des Handwerks zugelassen. Bewerber und Bewerberinnen sowie Vorgeschlagene für den Hauptpreis müssen eine handwerkliche Befähigung, etwa Gesellenprüfung oder gleichwertige Qualifikation, erworben haben. Für den Nachwuchspreis kann sich auch bewerben, wer derzeit noch eine Ausbildung in einem formgestaltenden Handwerk absolviert. Die Wettbewerbsteilnehmer dürfen maximal sieben selbst entworfene und ausgeführte Arbeiten, die seit 2021 entstanden sind, abgeben. Alle Arbeiten sind zunächst in Form von Fotos zusammen mit den ausgefüllten Bewerbungsunterlagen online hochzuladen. Eine Auswahl der Objekte wird im Stadtmuseum Kaiserslautern (Wadgasserhof) vom 15. November bis zum 15. Dezember gezeigt. Ansprechpartner für Fragen und Bewerbungen ist die Handwerkskammer der Pfalz, Sabrina Throm-Mollet, Am Altenhof 15, 67655 Kaiserslautern, Telefon 0631 3677-222, sthrom-mollet@hwk-pfalz.de. Der Bezirksverband Pfalz gibt im Rahmen einer Pfalzpreis-Gala die Preisträgerinnen und Preisträger bekannt, die am Sonntag, 10. November, um 18 Uhr im Pfalztheater Kaiserslautern stattfindet. Die Preisträgerinnen und Preisträger erhalten neben dem Preisgeld eine Trophäe und eine Urkunde.



Das Papiertheater Kitzingen lädt ein! - "Wie kommt das Vögelchen ins Ei?"

Der kleine Bruno geht noch in den Kindergarten, seine Schwester Maja ist ein Schulkind. Sie hat ihren Bruder sehr lieb, aber sie denkt, dass sie viel klüger ist und belehrt ihn gerne. Beide wohnen mit ihren Eltern und Großeltern in einem Haus mit großem Garten. Opa spielt oft Saxofon, Oma malt Bilder und schreibt Geschichten. Die Mama hat Stress, sie muss pünktlich bei der Arbeit sein. Sie weiß nicht, dass ihr kleiner Sohn im oberen Stockwerk am Fenster steht und zu einem Nest mit kleinen Amselküken schaut, die vor einigen Tagen geschlüpft sind.  Jetzt haben sie schon Federn und bald werden sie fliegen können. Was er da beobachtet hat, das verwirrt ihn sehr. Erst sind da Eier, nur Eier und nach wenigen Tagen schlüpfen aus den Eiern kleine Vögelchen. Bruno ist begeistert! Für ihn ist das ein großes Wunder! Aber eine Frage quält ihn sehr: Wie kommt das Vögelchen in das Ei? Von der abenteuerlichen Reise, die er auf der Suche nach einer Antwort macht, davon handelt dieses Theaterstück.

 

Die Sprecher sind:

Lotte Schneider        

Friederike-Therese Brunsch,               

Monika Hofmann               

Karolina-Lotta Effling                      

Jona Giffing 

Gabriele Brunsch

 

Gabriele Brunsch

 Tel.: 09332-8692
gabriele.brunsch@t-online.de

 

www.papiertheater-kitzingen.de

 

 

Papiertheater Kitzingen

Grabkirchgasse 4

97318 Kitzingen am Main

 

Montag, 6. Mai 2024

Severin Groebners Neuer Glossenhauer #38 - Euphorie und Europhobie

 

Festlich abgelichtet von © Dominik Reichenbach / Artwork: © Claus Piffl








Euphorie und Europhobie


Dieser Mai! Immer voller Feiertage. Christi Himmelfahrt, Muttertag, Pfingsten, Fronleichnam. Und dann kommt auch noch der Eurovision-Song-Contest!
Man kommt ja gar nicht zum Arbeiten.
Denn ich bin noch völlig erledigt von den Feiern am ersten Mai.
Also einerseits natürlich vom Tag der Arbeit und so. Dann muss man immer marschieren, dann Bier trinken im Grünen, solidarisch anstoßen und mit einem „Hinein zum ersten Mai!“ austrinken.
Und dieses Jahr obendrein auch noch der Jahrestag: 20 Jahre EU-Osterweiterung.
Das musste gefeiert werden. Seit 20 Jahren sind Deutschland und Österreich nur mehr von befreundeten EU Staaten umgeben. Also, wenn man die Schweiz weg lässt. (Und bei Österreich auch noch Liechtenstein. ) Aber diese staatsgewordenen Steuerparadiese und Schwarzgeldlöcher sind ja im Kapitalismus keine Bedrohung. Sondern eine Bereicherung.  Also im Sinne von: für die Reichen da.
Die neuen EU-Staaten aber konnten allen etwas geben: Absatzmärkte für die Firmen, Kunden für die Banken, billige Arbeitskräfte für die alten EU-Staaten und jede Menge Jobs für Dolmetscher und Sprachstudenten. Eine große Freude.
Vor allem für Österreicher, wie mich. Schließlich sind wir erstmals seit dem Zerfall der Donaumonarchie mit Slowenen, Polen, Slowaken und Ungarn in einem Bund souveräner Staaten wieder vereint. Und das ohne dekadenten Kaiser - völlig verrückt!
Wäre man im 19. Jahrhundert schon draufgekommen, dass das geht… das ganze 20. Jahrhundert hätte anders ausgesehen.
Was aber für Österreicher die rührenden Heimkehr der alten Kronländer ist, das ist für die neuen Mitglieder teilweise etwas ganz anderes. Nämlich die Berechtigung zur Benutzung des Geldautomats in Brüssel. Viktor Orban zum Beispiel liebt die EU! Denn ohne Brüssel hätte er ein Feindbild weniger. Noch dazu ein Feindbild, das er auch noch melken kann. Politisch gesehen: die eierlegende Wollmilchsau. Oder eher der Milch-spendende Beelzebub.

(Apropos Geld: Pssst! Diesen Newsletter kann man auch unterstützen. Infos weiter unten.)

Obwohl Lebensmittel gerade schwierig sind für den Orban-Vickerl. Nicht, weil der immer dicker und dicker wird, sondern weil die deutsche „Lebensmittelzeitung“ etwas berichtet hat. Nämlich, daß der Lebensmittelhandelskonzern Spar seine Vermögenswerte von Ungarn aus in die Schweiz verlagern will.  Denn Orban möchte, dass ein Verwandter von ihm am Konzern beteiligt werden soll. Der Vorstandschef von Spar wird zitiert mit den Worten: „Im Grunde will die Regierung unser Unternehmen durch eine Beteiligung in ihren Besitz bekommen.“ Jetzt will die ungarische Regierung Spar wegen Verleumdung verklagen und auch diverse Medien, die die Geschichte gebracht haben.
Kurz gesagt: Viktor Orban hat versucht, sich den Spar zu krallen. Und weiß sichtlich nicht, was der Streisand-Effekt ist. Nämlich, dass jetzt alle berichten werden, dass Viktor Orban versucht hat, sich den Spar zu krallen.
Zumindest im Ausland.
Denn Ungarn selbst ist nicht mehr so voller, freier Presse. Im Ranking der „Reporter ohne Grenzen“ liegt das Land der alten Budapestbeule auf dem 85. Platz. Damit knapp vor Bulgarien (91.) und Vorletzter in der EU.
Ist ja immer gut, dass man wen hat, auf den man runter schauen kann. Oder wo man sagen kann: „Da ist es noch schlimmer!“ - und dann fährt man auf Urlaub hin.
Insofern schön für Österreich, dass Italien mit seiner Post-Faschistischen (das sind Faschisten, die Briefe schreiben, glaub ich) Ministerpräsidentin den 58. Platz belegt.
Österreich liegt auf Platz 31 davor. Ha! Glück gehabt. Aber leider hinter Osttimor, Namibia, Trinidad und Tobago, Argentinien und der Dominikanischen Republik.
Aber trotzdem gut…. für Deutschland.
Das ist zwar abgerutscht auf den 16. Platz, aber immer noch vor Österreich. Und nach Österreich fährt man ja  von Deutschland aus gerne auf Urlaub. Allerdings liegt die Bundesrepublik hinter Costa Rica (8. Platz), Jamaika (12.) und den Seychellen (13.), wo man auch schön urlauben kann. Die Faustregel scheint zu sein: Wenn Dein Urlaubsland vor dir in der Weltrangliste der Pressefreiheit liegt - hast Du ein Problem.
Daher nicht weiter verwunderlich, dass  die Liste von Norwegen (1.), Dänemark (2.) und  Schweden (3.) angeführt wird. Dort Urlaub zu machen, kann sich keine Sau leisten.
Aber wer braucht eigentlich eine freie, kritische Presse in der EU?
Wo doch die EU alles richtig macht. Vor allem in der Migrationspolitik. Hat man gerade wieder gesehen bei dem „Deal“ mit dem Libanon. Ein kleines Land, das am zusammenbrechen ist und voller Flüchtlinge aus Syrien, weil da nebenan seit über 10 Jahren Bürgerkrieg herrscht und die EU macht was? Sie tut das, was sie am Besten kann. Sie buttert in ein korrupte Clique, die den Libanon an die Wand gefahren hat, noch mehr Geld. Spitzenidee! Das wird ganz bestimmt klappen. Funktioniert ja auch schon mit Tunesien und Libyen so gut. Bravo!
Schlauer ist da nur noch - natürlich - der österreichische Bundeskanzler. Der möchte Angesichts der Probleme, die - vor allem Wiener - Schulen und der Wohnungsmarkt mit dem Nachzug von Familienangehörigen haben, was tun? Na? Mehr Personal den Schulen zur Verfügung stellen? Mehr Wohnungen? Mehr Sozialarbeiter? Geförderter Ausbau von Schulen?
Nein! Das könnte ja allen zugute kommen, das wäre ja ein konstruktiver Ansatz, eine Idee ein Problem zu lösen… ha! Sowas macht man doch nicht, wenn man Angst vor den Rassisten von der FPÖ hat. Da muss man zeigen, dass man genauso primitiv sein kann und fordert: Mehr Kontrollen. Mehr pauschale Verdächtigungen, die er - nobel wie der österreichische Bundeskanzler nun mal ist - „Zweifel“ nennt. Mehr Vorurteile schüren.
Super Idee! Das ist die europäische Politik des 21. Jahrhunderts: visionär und nachhaltig. Bestechungsgelder an korrupte Machthaber zahlen und nach unten auf die Armen treten. Man ist ehrlich erstaunt über soviel Weitsicht, Menschlichkeit und Kompetenz.
Nach der Ost-Erweiterung gibt's jetzt die Hirn-Verkleinerung.
Typisch, dass in der EU parallel dazu die Meinungsfreiheit langsam an die Wand gefahren wird. Wäre es doch gerade jetzt notwendig, dass der demokratische Diskurs ermöglicht wird, dass Gedankengut ausgetauscht werden kann.
Wobei ein Blick in die sozialen Medien zeigt: Es handelt sich immer öfter nicht um Gedankengut, sondern eher um Gedankenschlecht. Teilweise sogar Gedankenbös.
Aber stopp: Kopf hoch!
Macht alles nichts, denn schließlich ist Mai. Und damit naht das wichtigste europäische Ereignis: Eurovision-Song-Contest. Yeah!
Dann kann man sich ganz herrlich über Kostüme und Lieder und Präsentationen aufregen, sich darüber lustig machen und sich ganz intensiv mit diesem überflüssigen Herumquäken auf offener Bühne auseinander setzen. Damit man sich nicht darum kümmern muss, was wirklich wichtig wäre.
Voten statt Wählen. Das ist Europa!

Groebner Live:
„Überhaltung“ am 24.5. im Freiraum Oberndorf bei Salzburg, 28. und 29.5. in Graz im Theatercafé. Alle aktuellen Radio-Kolumnen gibt es hier.


Der „Neue Glossenhauer“ ist ein Projekt der freiwilligen Selbstausbeutung, wer es dennoch materiell unterstützen will, hier wäre die Bankverbindung für Österreich:
Severin Groebner, Bawag, IBAN: AT39 6000 0000 7212 6709
Hier die jene für Deutschland:
Severin Groebner, Stadtsparkasse München, IBAN: DE51 7015 0000 0031 1293 64

Severin Groebners Newsletter für Mai, Juni und den Sommer 2024

 

Ich - immer an vorderster Front
bei den Stimmungskanonen.

























Hochverehrtes Publikum!

Servus Menschheit!


1. Begrüßung - 2. Termine - 3. Radio - 4. Satire für zu Hause bestellen - 5. Servus


Die Saison für Gastspiele in Innenräumen neigt sich langsam dem Ende zu. Denn der Mai mag für Blumenhändler, Verliebte und Verkäufer von Anti-Heuschnupfmedikamenten ein Wonnemonat sein, das Kabarett ist aber doch eher eine Wintersportart. 

Abgesehen davon, daß es keine Sportart ist. 

Deshalb tragen die Kabarettisten auch viel weniger Werbung auf ihrer Berufskeidung herum. Auch nur ganz wenige gehen mit einem Helm in die Arbeit. Und gefährliche Unfälle gibt es auch nur sehr, sehr selten. 

Und wenn, sind sie meistens gut geprobt.

Die Ähnlichkeiten zwischen dem Kabarettisten und dem Schifahrern bestehen eigentlich nur darin, daß beide von oben (Berg oder Bühne) runter (Zieleinfahrt oder Zuschauerraum) kommen müssen. Der eine einigermaßen schnell, der andere einigermaßen witzig.


Wie gut das in meinem Fall gelingt, kann man hier lesen: 


„Ein so präzise wie kunstvoll gebauter Abend, der die globalen Verwerfungen der Gegenwart in der Nussschale betrachtet. (…) Und, keine Frage, selten komisch ist diese „Unterhaltung über alles“ auch.“

 - Frankfurter Allgemeine Zeitung


„Seine bildstarken Satiren und - ganz wie früher virtuos versatil intonierten - ironischen Lieder, unter anderem über die folgenschweren Versäumnisse, Verirrungen und Verheerungen unserer Generation, sind reich an gewieften Pointen, klugem Humor und geistreichen Gleichungen.“ 

- Falter


„Jedenfalls ist es Haltung, die Severin Groebner in jeder Sekunde dieses Solos wahrt. Und die ist eine intelligente, subtil sarkastische, hinterfragend, frech, dabei sehr diszipliniert.“ 

- Passauer Neue Presse


„Denn Severin Groebners frei-mäandernder Parforce-Ritt durch die Debatten unserer Zeit und die menschlichen Nöten im Allgemeinen ist so vielfältig, gedankenreich, witzig und bedrückend wie das Leben selbst.“ 

- Radio Spitzen, Bayern 2


So. Genug angegeben.

Denn ob das alles auch tatsächlich stimmt, muss der geneigte Mitmensch schon selbst überprüfen. Zum Beispiel dann und dort:


3. Mai Aschaffenburg - Hofgarten 

4. Mai Karlsruhe - Orgelfabrik 

16. Mai Frankfurt - Buch&Wein („Zwischenrechnung“ ein Frühlingsfazit)

24. Mai Oberndorf bei Salzburg - Freiraum Salzspiele 

28. & 29. Mai Graz - Theatercafé 


6. Juni Frankfurt - Stalburg Theater 

7. Juni Calw - Kleine Bühne 


4. Juli Wien - Kultursommer Währinger Park 


17. Juli Graz - Kabarett Cuvée 


Dazwischen hört man mich - wenn man will - immer wieder in den WDR-Sendungen „Zugabe“ und „Satire Deluxe“, bisweilen auch auf Bayern2 im „Ende der Welt“ und selten - aber doch - auf Ö1 (z.B.: im Reisemagazin „Ambiente“).

Das meiste davon findet man auch auf meiner Homepage.


Wer ihn noch nicht bekommt: 

Den wöchentlichen Groebner gibt’s als Newsletter, genannt „Groebners Glossenhauer“.

Wer ihn bekommen möchte, schreibt an den Absender zurück: "Bitte Glossenhauer!"

Wer nicht, der nicht.


Ansonsten bin ich auf Facebook oder Instagram zu finden, wo ich es mir zwischen lauter Social-Media-Profis gemütlich gemacht habe.


In diesem Sinne hoffe ich auf ein Wiedersehen, oder -hören oder beides.

Euer 

Groebner


Freitag, 3. Mai 2024

National Museum Nebraska: Malcolm X und Holocaust Zeitzeugen

 Malcolm X




Die Nebraska Hall of Fame freut sich bekannt zu geben, dass Malcolm X als 27. Mitglied in die Nebraska Hall of Fame aufgenommen wird.

JoAnna LeFlore-Ejike ist die Nominatorin für die Aufnahme von Malcolm X und sagt: „Wir freuen uns, über diesen Teil der historischen Aufnahme von Malcolm. Es gibt keinen besseren Zeitpunkt als jetzt, seine Verdienste als Menschenrechtsaktivist zu feiern, damit wir mutig leben und die nächste Generation auf eine integre Führung vorbereiten können."







Im Rahmen von „Porträts des Überlebens“ des Fotografen David Radler werden Fotografien von Holocaust-Überlebenden gezeigt, die im Laufe ihres Lebens nach Nebraska gelangten. 

Jeden Monat wird die Geschichte eines anderen Überlebenden erzählt

Lou
„Lou wurde 1931 in den Niederlanden geboren. Seine Familie war wohlhabend, und Lou genoss eine unbeschwerte Kindheit. Kurz nachdem die Familie 1942 untergetaucht war, wurden sie von den Nazis entdeckt. Lou entkam durch einen Hintereingang und wurde von seinen Eltern getrennt, die gefangen genommen wurden. Er sah sie nie wieder. Als er auf eigene Faust umherzog, wurde er von einem Bauern gefangen und später dem niederländischen Widerstand übergeben, der sich bis zum Ende des Krieges um ihn kümmerte. Anschließend lebte Lou in einem Waisenhaus und schloss die High School ab. Er zog nach Israel, lebte in einem Kibbuz, arbeitete für mehrere Unternehmen und studierte Ingenieurwesen am Technion in Haifa. Nach seiner Promotion an der Purdue University arbeitete Lou für die NASA, die US-Army und in Israel. Er trat 1975 der Fakultät der University of Nebraska in Lincoln bei. Auch nach seiner Pensionierung arbeitete Lou als Kurator in einem Museum und hielt bis zu seinem Tod im Jahr 2015 Vorträge über den Holocaust.“


Oper Frankfurt a.M.: Trailer zu Tannhäuser von Richard Wagner

 




Kurzfilm von Thiemo Hehl zur Premiere von Richard Wagners Tannhäuser
(Musikalische Leitung: Thomas Guggeis; Inszenierung: Matthew Wild)

Mittwoch, 1. Mai 2024

BIB: Geringe Zufriedenheit besonders häufig bei Alleinerziehenden

 

Geringe Zufriedenheit besonders häufig bei Alleinerziehenden

Wie steht es um den Wohlstand der Bevölkerung? Wie zufrieden ist die Bevölkerung? Wie zufrieden Menschen mit ihrem Leben tatsächlich sind, hängt nicht nur vom Gesundheitszustand oder vom Einkommen ab, sondern auch von anderen demografischen Merkmalen. In seiner ersten Ausgabe untersucht der „BiB.Monitor Wohlbefinden“, inwieweit die Lebenszufriedenheit mit der familiären Situation, der Bildung, der Zuwanderungsgeschichte, Umzugs- und Pendelerfahrungen oder der Entfernung zur älteren Generation zusammenhängt. Dabei wird nicht nur die durchschnittliche Zufriedenheit betrachtet, sondern auch auf die Ränder der „Zufriedenheitsverteilung“ geschaut.

Alleinerziehende sind häufiger unzufrieden

Menschen, die einen Partner beziehungsweise eine Partnerin oder Kinder haben, sind tendenziell zufriedener mit ihrer Lebenssituation. Es ist allerdings besonders auffällig, dass sich unter Alleinerziehenden ein hoher Anteil wenig Zufriedener findet. Während nur rund ein Drittel der Befragten, die mit einem Partner oder einer Partnerin und Kindern zusammenleben, wenig zufrieden ist, ist dieser Anteil in Ein-Eltern-Haushalten fast doppelt so hoch (57 %).

„Einsamkeit und bei Singles mit Kindern auch die besonderen Herausforderungen, sich ohne Partner oder Partnerin im Haushalt um Kinder zu kümmern, gehen mit einer geringeren Lebenszufriedenheit einher. Der Anteil von Singles mit Kindern hat in den letzten Jahrzehnten immer weiter zugenommen. Hier herrscht ein ganz großer Unterstützungsbedarf vor, um ihr Wohlbefinden zu steigern, da dieses auch die Kinder beeinflussen kann“, sagt C. Katharina Spieß, Direktorin des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB).

Balkendiagramm Lebenszufriedenheit nach HaushaltszusammensetzungQuelle: BiB

Zugewanderte besonders zufrieden – im Gegensatz zu ihren hier geborenen Kindern

Personen mit eigener Zuwanderungserfahrung, die sogenannte „erste Generation“, geben mit einem Durchschnittswert von 6,8 auf einer Skala von 0 bis 10 eine recht hohe Lebenszufriedenheit an. Die Kinder der Zugewanderten, die sogenannte „zweite Generation“, sind dagegen etwas weniger zufrieden (6,5), obwohl sie im Hinblick auf Bildungsabschlüsse und Einkommen tendenziell erfolgreicher sind als ihre Eltern.

„Vermutlich vergleichen Zugewanderte der ersten Generation ihr Leben eher mit der Situation im Herkunftsland, während die zweite Generation ihr Leben häufiger im Vergleich zu Personen ohne Migrationshintergrund bewertet. Sie ist dadurch stärker für bestehende Unterschiede zu diesen sensibilisiert“, erläutert C. Katharina Spieß.

Räumliche Entfernung zwischen den Generationen beeinflusst Lebenszufriedenheit

Das subjektive Wohlbefinden ist direkt und indirekt von der Elterngeneration geprägt. So wirkt sich der Bildungsabschluss der Eltern nicht nur auf die bildungsbezogenen Chancen ihrer Kinder aus, sondern auch auf das Wohlbefinden. Erwachsene Kinder von Eltern ohne Hochschulabschluss geben häufiger an, weniger zufrieden zu sein.

Auch die Distanz zum Elternhaus spielt eine Rolle für das Wohlbefinden der erwachsenen Kinder. Die größte Zufriedenheit berichten diejenigen, die bis zu einer Stunde Fahrzeit mit dem Auto entfernt von den Eltern wohnen.

Pendeln wirkt sich negativ auf Lebenszufriedenheit aus

Liegt der Arbeitsplatz weiter vom Wohnort entfernt, müssen Pendeln und Umzug gegeneinander abgewogen werden. Lange tägliche Arbeitswege können einen Stressfaktor darstellen, der die Lebenszufriedenheit verringert. Laut BiB.Monitor Wohlbefinden berichten Personen mit langen täglichen Arbeitswegen eine geringere Lebenszufriedenheit. Berufliche Umzüge hingegen stehen mit einem Anstieg der Lebenszufriedenheit in Zusammenhang (26 % sehr Zufriedene vs. 17 % bei Personen ohne Umzug).

„Seit der Coronazeit, aus der die Daten der Erhebung stammen, ist Homeoffice weiter verbreitet und bietet eine Alternative zum täglichen Pendeln. Wenn lange Pendelstrecken entfallen, kann sich das letztlich positiv auf die Lebenszufriedenheit auswirken“, sagt Nico Stawarz, Forscher am Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB).

Der BiB.Monitor Wohlbefinden erscheint einmal im Jahr und startet 2023 mit seiner ersten Ausgabe, in der verschiedene demografische Gruppen analysiert werden. Die Forschenden des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) nutzen zur Analyse des Wohlbefindens primär Daten des familiendemografischen Panels FReDA. Darüber hinaus werden für einige Analysen die Daten des Surveys on Health and Retirement in Europe, kurz SHARE, verwendet. Mehr Infos unter www.bib.bund.de/wohlbefinden